Ranch Horse Kurs mit Hellfried Kurzacz!

Zu dem Kurs am 05. und 06. November erreichte uns ein Bericht des Kursteilnehmers Michael Stodt und wir freuen uns, daß dieser Kurs so gut angkommen ist!
 

Yeehaw!

Wer sich für das Westernreiten interessiert, tut dieses oft auch, weil er damit auch ein Stück Freiheit, Lagerfeuerromantik und das spannende Leben der Nordamerikanischen Cowboys aus den unzähligen Wild-West-Filmen nachempfinden will. Nicht zuletzt deshalb bin auch ich zum Westernreiten vor 3 Jahren gekommen. Der bequeme Sattel, meist aus braunem Leder, was mir sowieso viel besser als schwarzes Leder (englisches Reiten) gefällt; Blue Jeans, Coyboystiefel und breitkrempige Hüte, die ich auch so jeden Tag liebend gerne trage; und natürlich wegen der herrlichen, kräftigen Pferde, insbesondere von der Rasse Quarter Horses. Das alles und noch viel mehr fasziniert mich am Westernreiten. In einem Ranchurlaub in Arizona/USA vor 3 Jahren hatte ich schon mal aus Spaß an einem Cow Penning teilgenommen, aber ich wusste damals überhaupt nicht, wie mir geschieht. Hätte das Pferd nicht so viel Cow Sense gehabt, wäre es wahrscheinlich einfach stehen geblieben. So aber hat es nahezu selbständig die Rinder gearbeitet und ich hatte nur damit zu tun, bei den abrupten Richtungswechseln nicht vom Pferd zu fallen. Aber es war ein riesen Spaß! Und nun wurde ein Ranch Horse Kurs mit Hellfried Kurzacz angeboten, dem Trainer, der mir das Westernreiten bisher beigebracht hatte. Da musste ich einfach teilnehmen!

 

Der Ranch Horse Kurs fand am 05.11. und 06.11.2011 in Wenden auf der Circle L Ranch statt, die mittlerweile in der Westernreiten-Szene gut bekannt sein dürfte. Bereits am Freitag, den 04.11.2011 trafen sich die meisten der Kursteilnehmer am Abend zu einer Vorbesprechung mit Hellfried, um Wünsche und Erwartungen zu erörtern. Ich bin leider nicht dabei gewesen, aber die Runde soll viel Spaß gehabt haben, da nur positives von diesem Abend erzählt wurde. Am Samstagmorgen ging es dann in aller Frühe los, um möglichst viel vom Tag nutzen zu können. Nach dem obligatorischen Putzen der Pferde wurden diese gesattelt und gezäumt in die große Reithalle geführt. Dort wurde erstmal aufgesessen und im Schritt im Kreis geritten, um Pferd und Reiter zu entspannen. Am Tribünenende der Reithalle standen bereits die Rinder hinter Panels und ahnten sicher schon, dass sie gleich wieder geärgert werden würden. Als schließlich alle Teilnehmer cool genug waren, ließ Hellfried uns im großen Kreis aufstellen und er trieb alle Rinder in die Mitte unseres Kreises. In der folgenden Aufgabe sollte jeder Teilnehmer versuchen, langsam in die Rinderherde zu reiten und ein einzelnes Rind abzuteilen. Dieses Rind sollte dann zum Schluss aus dem Kreis der Teilnehmer getrieben werden, der dazu an der entsprechenden Stelle kurz geöffnet werden musste. Diese Aufgabe musste von jedem Teilnehmer mehrmals, auch in Variatonen, absolviert werden. Hellfried hatte die Aufgabe natürlich zu Beginn ausführlich erläutert und demonstriert und alle Fragen der Teilnehmer geduldig beantwortet, dabei immer den feinen und typischen Hellfried-Witz&Charme-Blick drauf, der jede Begegnung mit ihm so heiter macht. In der Mittagspause sind wir alle in einen Nachbarort gefahren, um dort in einem Landgasthaus gut und günstig zu essen. Die Tische waren bereits von Hellfried reserviert worden, sodass wir alle recht zügig etwas zu trinken hatten und bestellen konnten. Nach diesem guten Mittagessen ging es dann wieder gestärkt in die Reithalle, um gezielt weitere Aufgaben am Rind zu erlernen. Auch hier erläuterte und demonstrierte Hellfried genau, wo es drauf ankommt. Dabei gab er auch speziell einzelnen Teilnehmern Tips und Ratschläge im Umgang mit dem eigenen Pferd, wenn er zuvor Verbesserungspotenzial bei Pferd und Reiter beobachten konnte. So hat dieser Kurs nicht nur die Arbeit am Rind, sondern auch den Umgang mit dem eigenen Pferd trainiert. Am Nachmittag gab es dann köstlichen, selbstgebackenen Kuchen und Kaffee von der Circle L Ranch, die ein echter Westernreiter natürlich standesgemäß im Sattel sitzend verzehren durfte. Auf Wunsch aller Teilnehmer wurde dann ein Trail mit Tor, Brücke, L und Pylonen aufgebaut, an der jeder sich selbst in Eigenregie üben durfte. Währenddessen zeigte Hellfried interessierten Teilnehmern den Umgang mit dem Rope. Auch hier gab er Hinweise, die sich am jeweiligen Können des Teilnehmers orientierte, sodass niemand sich oder sein Pferd überfordern konnte.

 

Am zweiten Tag des Ranch Horse Kurses wurden die erlernten Fähigkeiten des Vortages in Teamübungen vertieft. Das Team hatte verschiedene Aufgaben am Rind zu meistern, die nicht nur den richtigen Umgang mit dem eigenen Pferd, sondern auch die Abstimmung mit den anderen Teammitgliedern erforderlich machte. Auch hier gab Hellfried wieder viele und hilfreiche Tipps. Die Aufgaben wurden solange wiederholt, bis dass das Ziel der Aufgabe erfüllt war. So kam jeder Teilnehmer garantiert zu seinem persönlichen Erfolgserlebnis, was sicher für ein befriedigendes Gesamterlebnis immens wichtig ist. Die Verpflegung am Sonntag war wieder klasse, auch wenn sich die Mittagspause in dem Landgasthaus länger als erwartet durch die vielen Sonntagsgäste verlängerte. Auch an diesem Nachmittag gab es wieder Kaffee & Kuchen von der Circle L Ranch, die übrigens während der gesamten Kursdauer Erfrischungsgetränke bereitgestellt hatte. Der Nachmittag wurde schließlich actionreicher, da die Teilnehmer ein einzelnes Rind am Fence arbeiten mussten. Ein einzelnes Rind bewegt sich wesentlich schneller, da die schützende Herde fehlt und dadurch der Fluchtinstinkt größer ist. Demzufolge mussten auch die Teilnehmer reaktionsschnell auf die Bewegungen des Rindes agieren, was jede Menge Action und Spass garantierte.

 


 

 

Das Wetter meinte es leider nicht ganz so gut mit den Kursteilnehmern, denn es war an beiden Tagen kalt und neblig, was man teilweise auch auf den Fotos sehen kann (die Unschärfe stammt vom Nebel). Während der Aufgaben wurde einem schon warm, aber manchmal fror man doch, weil man den anderen Teilnehmern nur passiv zusehen konnte. Insgesamt war man gut beraten, sich warm einzukleiden, was aber auch wegen der Jahreszeit ohnehin sinnvoll war. Der Ranch Horse Kurs selbst war ein Riesen Spaß mit großem Lern-Potenzial, und das nicht zuletzt wegen Hellfried Kurzacz. Der mobile Trainer blickt auf eine lange Erfahrung mit Pferden zurück und hat selbst bei vielen Größen der Szene gelernt. Eine der herausragenden Fähigkeiten ist seine Geduld und Beharrlichkeit, seinen Schülern immer wieder gebetsmühlenartig die wesentlichen Dinge zu erläutern, bis dass es sitzt. Ich habe von allen Teilnehmern nur positives am Ende des Kurses gehört, und wir werden uns sicher hier oder da wiedersehen. Und ganz sicher, wenn der Kurs bei Hellfried ist!

 

Gez. Michael Stodt