24. Ride of America 2014 auf der Circle L Ranch

Tolle Leistungen auf der höchst dotierten Vierfach-Show Deutschlands
Bereits zum 24. Mal fand von 22. bis 27. auf der Circle L Ranch die traditionelle Vierfach-Show Ride of America statt, die wie immer vom Circle L Reitverwein Wenden e.V. ausgerichtet wurde. Da die Cowhorse Night wegen zu geringer Beteiligung am Freitagabend ausgefallen war, hatten die Gäste der gut besuchten Gala Night am Samstag mit den zusätzlichen Rinderklassen noch ein Highlight mehr. Seitens der Teilnehmer sehr gut angenommen wurde die Zusammenlegung aller vier Shows bei den Halterklassen am Freitag.


 

Mit 165 Pferd-Reiter-Kombinationen und über 1000 Starts in zwei s/c Shows von Dienstagnachmittag bis Sonntagabend war Volker Laves angesichts allgemein sinkenden Turnierteilnehmerzahlen durchaus zufrieden: „Besonders die Trail- und Ranch Pleasure-Klassen waren in allen zwei Doppelshows mit an die 20 Teilnehmern sehr gut besucht, so dass wir für das nächste Jahr überlegen, hier die Schwerpunkte mit besonderen Anreizen für die Teilnehmer zu setzen“, so der Circle L Vorstand.

 

Ausnehmend großzügig hatten sich auch die Sponsoren gezeigt, so dass insgesamt rund 12.000 Preisgeld – u.a. je 250 Euro in den Circuit Champion Klassen, 1200 Euro in den NSBA-Prüfungen, 500 Euro in den Ride of America Cow Horse Stakes und sogar 2.500 Euro in den FN Reinings – zu gewinnen waren. Dazu erhielten alle Reiter der Circuit Champion Klassen, die nicht „im Geld“ waren, Sachpreise von vielen verschiedenen Sponsoren. Alle Grand Champions und Allaround Champions gewannen Einkaufsgutscheine der Circle L Saddlery.

Außerdem zählen Punkte des Ride of America auch zur Wertung für den Gewinn der einjährigen Nutzung des Pferdeanhängers Böckmann Western Professional.

„Dass hier jeder, also auch Novice Amateure und Jugendliche etwas gewissen können, ist die große Ausnahme bei AQHA-Turnieren. Ganz toll fand ich auch die Sonderehrenpreise jeweils den jüngsten, ältesten und am weitesten angereisten Teilnehmer“, lobte Barbara Ceusters aus Belgien die Sponsorenstrategie der Turnierveranstalter.

 

Hervorragende Leistungen bei der Trail-Invitation

 

Weil diese Entwicklung bereits bei den Anmeldungen abzusehen war, gab es in diesem Jahr im Rahmen der Gala Night anstatt der bislang üblichen Pleasure- und Hunter-Invitation einen Invitation- Trail. Startberechtigt waren zehn Reiter, d.h. jeweils die beiden Erstplatzierten aller voran gegangenen Trail-Klassen. So hatten auch die Novice Amateure und  Jugendlichen die Chance, sich mit den Besten zu messen Gewonnen wurde die Invitation-Klasse von Torsten Haier auf der 12jährigen Quarter Horse Stute Zips Radical Cutie mit einem Score von 149,5; verdienter Zweiter wurde mit einem Score von 146 Wolfgang Ben Laves mit dem im Trail seit vielen Jahren hochdekorierten braunen Deckhengst Smooth N Cody der Familie Lauer aus Steigerthal. „Bei der Trail-Invitation hat einfach alles gepasst, so einen Ritt hat man maximal ein- oder zweimal im Jahr“, freute sich Profi-Reiter, Trainer und AQHA-Richter Torsten Haier, der seit vielen Jahren erfolgreich auf AQHA-Shows startet.

Um die Hürden – im übertragenen Sinne – relativ hoch zu legen, hatte sich die AQHA Richterin Conny Hofmeister für die Trail-Invitation einen anspruchsvollen Parcours einfallen lassen, der in Sachen Schwierigkeitsgrad durchaus mit den großen amerikanischen Championships mithalten konnte. „Auch die Leistungen waren dem entsprechend herausragend“, meinten die Richterinnen Andrea Simons (Show 3) und Sandy Jirkovsky (Show 4) anerkennend, beide hoch erfahrene Vier-Sterne-Richter aus den USA.

 

Beim Publikum kam die Trail-Invitation hervorragend an: Flüssige Präsentationen einerseits und andererseits Stangenberührung im Backup, Stolpern beim Lope Over oder das Loslassen des Tores waren vor allem für Nicht-Reiter unter den Gästen spannender und leichter verständlich als die selbst für Profiwesternreiter oft schwer nachvollziehbaren Pleasure-Bewertungen.

 

Sport und Spaß auf der Gala Night

 

Weitere Highlights der Gala Night, bei dem sich die VIP-Gäste auf den weiß eingedeckten Tischen wieder ein hervorragendes Vier-Gänge-Menü schmecken ließen, waren die Freiheitsdressur mit dem Quarter Horse MBR Nics Magic Sugar mit seiner Besitzerin und Ausbilderin Anette Prugger sowie die athletisch-künstlerische Präsentation der Landesmeister im Voltigieren des PSG Rittergut Habighorst.

 

Wer sich über die Vererber der Circle L Ranch informieren und mit ebenfalls interessierten Tischnachbarn fachsimpeln wollte, hatte anhand der Präsentation des Nachwuchses ausreichend Gelegenheit dazu: Vier Fohlen zeugten von der Qualität der Deckhengste und Stuten der mehr als 30 Jahre bewährten Circle L Zucht, die ihren Schwerpunkt auf das zuverlässige Familienpferd legt.

 

Weitere sportliche Höhepunkte des Abends waren neben der Trail-Invitation die Herdwork und Fence Work der Cowhorse Stakes sowie die FN Reining Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft. In den Rinderklassen hatten Joschka Werdermann mit dem Criollo-Hengst De Baviera Cimarron die Nase vorn, der erste Platz in der FN Reining Qualifikation ging an KR Go Red Go unter Markus Süchting.

 

Zunehmend bessere Leistungen

 

Aber nicht nur während der Gala Night, sondern auch während aller Turniertage waren sehr gute Ritte zu sehen, wie Torsten Haier kommentierte: „Ich war zwar selbst als Teilnehmer vor Ort, kann aber mein Richterauge natürlich nicht verschließen. Daher sind mir in den recht voll besetzten Novice Amateur- und Amateur-Klassen immer wenigstens sechs bis sieben bemerkenswerte Leistungen aufgefallen“.

 

Richterin Jirkovsky hatte Tränen in den Augen, als sie die für die ParaWesternreiter mit fünf Teilnehmern gut besetzten Prüfungen richtete und anschließend meinte: „Es ist wirklich unglaublich, was diese Menschen trotz ihrer Behinderung leisten und wie feinfühlig sie mit den Pferden umgehen“.

 

Aus den Kinderschuhen heraus ist mittlerweile die Ranch Horse Pleasure, die kein Spezialistentum fordert, sondern im Gegenteil, das rittige Quarter Horse unter einem guten Reiter: „An den gleichmäßigen Richterbewertungen in allen vier Shows können wir erkennen, dass sich hier eine Linie durchsetzt. Maßstab für den Richter ist das Pferd, das auch ohne weiteres auf einer Ranch seinen Job machen könnte. Und diesen Anspruch haben hier viele Kandidaten erfüllt“, so Volker Laves.

 

Als erfreulicher Trend ist auch zu vermelden, dass sich in der Western Pleasure nun doch wieder die Pferde an der Spitze durchsetzen, die in entspannter Haltung mit nicht zu tiefem Kopf in allen Gangarten taktreine Vorwärtstendenz und guten Untertritt zeigen. Keith Long präsentierte in der Senior Western Pleasure die Stute Rosee Dee Technique in diesem Sinne perfekt und wurde zu Recht mit der blauen Schleife belohnt.

 

Fairness Trophy für Anne Osterhammel

 

So manches liegt im Argen, verfolgt man die Turnierberichterstattung und Youtube-Videos über alle Reitweisen hinweg. Einen ganz bewussten Kontrapunkt will der Circle L Reitverein Wenden e.V. hier mit der 2013 eingeführten „Fairness Trophy“ setzen. Die speziell für diesen Zweck angefertigte Bronze-Skulptur im Wert von 1.000 Euro wird demjenigen Teilnehmer verliehen, der den Westernreitsport und den Teamgeist am besten vertritt und von der Jury aus Teilnehmern, Zuschauern, den 4 AQHA Richtern, und der Jury des Reitvereins die meisten Stimmen erhält. Dabei geht es nicht nur um die vorgelebte Horsemanship dem Pferd gegenüber, sondern auch um faires und hilfsbereites Verhalten den Mitreitern gegenüber.

Die Verleihung der Fairness-Trophy, in diesem Jahr an Frau Anne Osterhammel aus Nümbrecht/Benroth, war im Rahmen der Gala Night wieder ein besonders feierlicher Moment.

 

All in One: Halter-Klassen am Freitag

 

Eine Neuerung in diesem Sommer war, dass die Halter-Klassen aller vier Shows mit allen vier Richtern am Freitag stattfanden. „Wir haben uns für diese Lösung entschieden, weil sie vor allem für Teilnehmer, die ausschließlich Halter-Punkte sammeln wollen, sehr angenehm und auch effizient ist. Sie müssen nur für einen Tag anreisen, wenn sie aus der Nähe kommen, brauchen sie keine Übernachtung. Außerdem haben sie nur einmal den großen Aufwand, das Pferd Show-fertig zu machen“, erklärt Volker Laves, der als einer der erfolgreichsten Halter-Spezialisten Europas weiß, wovon er spricht. Auch für Fohlen und Jungpferde ist diese Variante des noch ungewohnten Turnierauftritts mit weniger Stress verbunden.

 

Zudem profitierten die anderen Teilnehmer von der zeitsparenden Maßnahme, weil dadurch die Prüfungen morgens später begannen und abends früher endeten, so dass dann auch noch Zeit für entspanntes Training blieb.

 

Immer für alle da: die Circle L Family

 

Die Circle L Shows – und allen voran der Ride of America – haben seit mehr als 20 Jahren eine begeisterte und treue Fan-Gemeinde. Und das aus gutem Grund: Gelobt wurden auch in diesem Sommer die ausreichend verfügbaren und großzügig eingestreuten Stall- und Zeltboxen, in denen während des gesamten Turniers Stroh im Preis inbegriffen war. Wer für sein Pferd ein Paddock aufbauen wollte, fand dafür viel Platz und hatte dennoch kurze Wege zur Vorbereitung entweder auf dem großen Reitplatz oder in der Abreitehalle. Trotz des sintflutartigen Regenfalls am Freitag war der Reitplatz am Samstag wieder gut nutzbar.

 

„Ein Grund, weshalb ich als Reiter und auch als Coach für meine Kunden immer wieder gerne zur Circle L Ranch und insbesondere zum Ride of America komme, ist die familiäre Atmosphäre, in der wir uns schon lange kennen und abends auch mal abseits des Sports nett zusammensitzen. Zu den Highlights gehört hier sicherlich der Cocktail-Abend am Mittwoch, an dem Wolfgang und Jan Laves immer für leckere Drinks und heitere Stimmung sorgen“, erzählte Torsten Haier.

Die gute Laune wurde auch durch das unermüdliche Helfer-Team unterstützt. Ob der Weg zur Dusche im Toiletten-Container, der Heuverkauf in der Scheune oder die schnelle Hilfe, wenn eine Chicago-Schraube am Kopfstück verloren ging – überall waren freundliche Helfer, erkennbar an ihren violetten Ride of America Hemden – mit Rat und Tat zu Stelle.

 

Nach dem Turnier ist vor dem Turnier

 

Kaum war das 24. Ride of America vorbei, das Stallzelt und der Paddockplatz leer, geht es auf der Circle L Ranch schon wieder an die Vorbereitung der nächsten Show: „2015 feiern wir das 25. Jubiläum des Ride of America. Dafür möchten wir nicht nur die gute Tradition weiterführen, zum Beispiel hochklassige internationale Richter und großzügige Sponsoren zu gewinnen. Wir wollen uns auch ein paar spannende Besonderheiten einfallen lassen“, verrät Volker Laves mit einem Lächeln in den Augen. Teilnehmer und Zuschauer dürfen gespannt sein…

Wer möchte, kann ab Dezember schon Tickets buchen auf der Website www.ride-of-america.de.

Bericht: Doris Jessen, Hamburg